InstitutslogoAbteilung Grundlagen der Künstlichen Intelligenz, Institut für Informatik, Universität Freiburg


Seminar:

Theorie und Praxis Autonomer Systeme

Sommersemester 2004

Prof. Dr. Wolfram Burgard, Prof. Dr. Bernhard Nebel

Maren Bennewitz, Michael Brenner, Malte Helmert

Alexander Kleiner, Thilo Weigel, Dr. Stefan Wölfl und Dr. Sven Behnke


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Kleiner Seminarratgeber: Vortragsfolien

Regel 1: Überfrachte die Folien nicht.

Folien dürfen nicht zu voll werden, deshalb solltest Du soweit wie möglich abkürzen. Es ist schwierig, hier genaue Zahlen zu geben. Einfache Bilder oder Grafiken beanspruchen die Aufmerksamkeit des Publikums weniger als Text und dürfen deshalb etwas größer werden. Als Faustregel gilt, dass eine Folie nicht mehr als ca. 13 Textzeilen aufweisen sollte. Kommentare wie "Das ist jetzt wahrscheinlich zu klein zum Lesen" sind tödlich. Was für eine Folie zu kompliziert ist, ist eben zu kompliziert und gehört nicht auf eine Folie.

Regel 2: Schreibe keine kompletten Sätze mit Subjekt, Prädikat, Objekt etc. auf eine Folie.

Enthält eine Folie vorformulierte Sätze, ist es schwer, diese während des Vortrags nicht abzulesen, und Ablesen wirkt immer schlecht. Eine Ausnahme sind formale Sätze und Definitionen, die ausformuliert sein dürfen/sollten, sowie wörtliche Zitate (mit denen man spärlich umgehen sollte). Fortlaufende Texte anderer Art gehören nicht auf Folien.

Regel 3: Lasse auf Folien Details weg, wenn dies dem Verständnis dienlich ist.

Nicht alles, was für eine Definition/einen Satz/einen Algorithmus relevant ist, muss auf einer Folie stehen. Es reicht oft aus, Spezialfälle und Randbedingungen mündlich oder in der schriftlichen Ausarbeitung nachzutragen. Wenn das Publikum erst angefangen hat, die Folie eingehend zu lesen, hört es Dir nicht mehr zu. Die Folie soll nur so viel Detail enthalten wie nötig ist, um das zu verstehen, was Du sagst. Das bedeutet jedoch nicht, dass Du ganz auf formale Notation verzichten solltest. Im Gegenteil kann Dir formale Notationen dabei helfen, Sachverhalte auf den Punkt zu bringen, sofern Du Dich dabei nicht in Kleinigkeiten verzettelst.

Regel 4: Verwende Bilder.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Dies gilt besonders für abstrakte Sachverhalte, wie sie in der Informatik häufig anzutreffen sind. Nicht jede Aussage lässt sich gut visualisieren, aber in vielen Fällen sind Bilder wesentlich leichter zu verstehen als entsprechende sprachliche Erläuterungen. Wer noch nie von binären Bäumen gehört hat, wird mit einer Abbildung wesentlich mehr anfangen können als mit einer formalen Definition.

Regel 5: Verwende geeignetes Werkzeug.

Vorträge zu Themen der Informatik werden heutzutage nahezu ausschließlich mit LaTeX in Verbindung mit Programmen wie Acrobat Reader oder mit Präsentationsprogrammen wie Microsoft PowerPoint erstellt. Teilweise ist die Wahl zwischen diesen Alternativen eine Geschmacksfrage, teilweise auch durch den Inhalt des Vortrags beeinflusst. Wird mathematische Notation benötigt, ist LaTeX im Vorteil. Sollen viele Grafiken oder Animationen verwendet werden, empfiehlt sich ein echtes Präsentationsprogramm.

Regel 6: Setze systematisch Farben zur Unterstützung des Verständnisses ein.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist das Wort "systematisch". Die Zuhörer müssen ein Schema erkennen können, nach dem bestimmte Farben verwendet werden. Beachte, dass nicht alle Farben für Folien geeignet sind; z.B. sind gelb, orange und helle Grüntöne in der Regel fast gar nicht zu erkennen. Werden Farben gezielt und konsistent benutzt, fördern sie das Verständnis des Vortrags.

Regel 7: Setze Schriftarten und -auszeichnungen spärlich und systematisch ein.

Zu viele verschiedene Schriftarten und -größen sorgen für ein unordentliches Schriftbild. Fettdruck ist auf Folien oft schwer von normaler Schrift zu unterscheiden. Fette Schrift schadet nicht, sollte aber z.B. mit einer farblichen Hervorhebung kombiniert werden. Kursivschrift ist unproblematisch.

Regel 8: Nutze die technischen Möglichkeiten, aber nutze sie mit Bedacht.

Präsentationsprogramme wie PowerPoint ermöglichen eine Vielzahl visueller Effekte, die oft die Verständlichkeit eines Vortrags erhöhen können. So kann man z.B. den Unterschied zwischen Breiten- und Tiefensuche sehr leicht anhand kleiner Animationen verdeutlichen. Wichtig ist aber der Grundsatz "Form follows function": die eingesetzten Stilmittel müssen dem Verständnis dienen und dürfen nie Selbstzweck sein. Werden Effekte im Übermaß verwendet, lenken sie mehr vom Vortrag ab, als dass sie diesem zugute kommen. Aufwendige Überblendeffekte sind selten sinnvoll, akustische Effekte fast nie.

Regel 9: Blende nicht jede Textzeile einzeln ein.

Schrittweises Einblenden von Text wird oft als gut und nützlich empfunden, wenn man in der Rolle des Vortragenden ist, aber als ärgerlich und lästig, wenn man zuhören muss. Dies hat damit zu tun, dass der Vortragende es schätzt, die Kontrolle über den Vortrag innezuhaben, während die Zuhörer es nicht mögen, durch das häppchenweise Verfüttern von Information gegängelt zu werden. Diese Entscheidung sollte zugunsten des Zuhörers ausfallen und schrittweise Einblendungen auf wirklich sinnvolle Fälle beschränkt bleiben, z.B. vielleicht bei Beweisen, deren einzelne Schritte viel Aufmerksamkeit erfordern.


Valid HTML 4.01!Valid CSS!helmert@informatik.uni-freiburg.de, 7. August 2003