InstitutslogoAbteilung Grundlagen der Künstlichen Intelligenz, Institut für Informatik, Universität Freiburg


Seminar:

Theorie und Praxis Autonomer Systeme

Sommersemester 2004

Prof. Dr. Wolfram Burgard, Prof. Dr. Bernhard Nebel

Maren Bennewitz, Michael Brenner, Malte Helmert

Alexander Kleiner, Thilo Weigel, Dr. Stefan Wölfl und Dr. Sven Behnke


[Organisation] [Themen] [Zeitplan] [Tipps]

[Einleitung] [Vorbereitung] [Ausarbeitung] [Vortragsgliederung] [Vortragsfolien] [Vortragstechnik] [Zuhören]


Kleiner Seminarratgeber: Vortragstechnik

Regel 1: Unterhalte Deine Zuhörer, sei begeistert und begeisternd.

Du musst Dein Publikum davon überzeugen, dass Dein Vortrag für sie interessant ist, und das kann Dir nur gelingen, wenn Du den Eindruck vermittelst, dass es Dich selbst interessiert. Nichts schläfert mehr ein als ein monotoner, leidenschaftsloser Vortrag. Mündliche Sprache ist direkter als schriftliche und sollte knappe Formulierungen und bildhafte Sprache verwenden. Unpersönliche Elemente wie "man" solltest Du vermeiden. Variiere Deine Stimmlage.

Regel 2: Halte den Vortrag im Stehen.

Im Stehen gehaltene Vorträge wirken lebhafter als solche, bei den der Vortragende sitzt. Wende Dich immer dem Publikum zu und versuche nicht mit der Leinwand zu reden, vor allem während Du den Zeigestock benutzt.

Regel 3: Begrüße Deine Zuhörer freundlich und suche häufig Blickkontakt.

Sofern Du nicht schon vorgestellt wurdest, solltest Du Deinen Namen und Dein Thema zu Beginn Deines Vortrags nennen. Die Zuhörer haben es gern, wenn man Ihnen deutlich macht, dass sie ein wesentlicher Bestandteil des Vortrags und nicht bloß Zimmerdekoration sind. Interaktion mit den Zuhörern steigert die Aufmerksamkeit. Versuche Deine Zuhörer anzusprechen, nicht gegen sie anzureden. Rhetorische Fragen dienen dem Kontakt zu den Zuhörern. Blickkontakt ist ein sehr wirksames Mittel; allerdings solltest Du Deine Aufmerksamkeit nicht auf eine einzige Person (z.B. Prof. oder Betreuer) beschränken, sonst fühlt sich der Rest leicht ausgegrenzt.

Regel 4: Lies den Vortrag nicht von einem Manuskript ab und lerne ihn nicht auswendig.

Abgelesene Vorträge sind für das Publikum langweilig und dadurch sehr schwer zu verfolgen. Außerdem ist es schwierig, Vortrag und Folien zu synchronisieren, wenn die Aufmerksamkeit beim Manuskript liegt. Auswendig gelernte Vorträge sind fast noch schlimmer und sollten auf jeden Fall vermieden werden. Freie Formulierungen sind immer besser, selbst wenn sie nicht vollkommen flüssig sind.

Regel 5: Lies nicht vor, was auf der Folie steht.

Lesen kann Dein Publikum selbst. Im übrigen sollte die Folie nur das "Gerüst" oder "Destillat" Deiner Ausführungen enthalten. Du wirst also mehr sagen müssen.

Regel 6: Sprich nicht zu schnell.

Es gibt keine guten Gründe dafür, durch einen Vortrag durchzuhetzen. Wenn der Stoff für die zur Verfügung stehende Zeit zu umfangreich erscheint, solltest Du Material streichen und nicht schneller behandeln. Die Vortragsgeschwindigkeit sollte nicht unbedingt konstant, sondern der Bedeutung und Schwierigkeit des jeweiligen Themas angepasst sein. Verwendest Du auf triviale und hochkomplizierte Themen dieselbe Zeit, langweilst Du entweder Deine Zuhörer bei den einfachen Dingen oder überforderst sie, wenn es komplizierter wird. Nimm Dir Zeit für weitere Erklärungen oder Wiederholungen, wenn Du merkst, dass Du einen Teil Deiner Zuhörer zu verlieren drohst.

Regel 7: Sprich deutlich.

Diese Regel erklärt sich eigentlich von selbst. Versuche möglichst Dialektfärbung zu vermeiden und achte bei Deinen Vorträgen auf "ähm"-Laute und eingeschliffene ständige Phrasen. Mit Übung kannst Du sie vermeiden. Redepausen an wichtigen Stellen machen einen Vortrag wesentlich verständlicher.

Regel 8: Lenke die Aufmerksamkeit der Zuhörer durch Gesten wie z.B. Zeigen auf Text und Abbildungen auf die wichtigen Punkte.

Moderne Präsentationsprogramme erlauben es, mit der Maus auf bestimmte Bildschirmpositionen zu zeigen oder während des Vortrags bestimmte Stellen zu unterstreichen, einzurahmen, usw. Allerdings ist die technisch fortschrittlichste Lösung nicht immer die sinnvollste; ein Laser-Pointer oder ein einfacher Zeigestock erfüllen den Zweck normalerweise genauso gut oder besser.

Regel 9: Gehe auf Zwischenfragen ein.

Zwischenfragen solltest Du stets freundlich beantworten und niemals mit Hinweis auf die fehlende Zeit "abbügeln". Falls die Zeit wirklich knapp wird, keine Abkürzungen möglich sind und die Zwischenfragen überhand nehmen, teile dies den Zuhörern mit und bitte sie, sich ihre Fragen für die Abschlussdiskussion zu bewahren.

Regel 10: Falls Du Vortragsnotizen verwenden willst, halte sie knapp.

Falls Du Dich unsicher fühlst, kannst Du Dir für den Beginn des Vortrags oder für die einzelnen Folien Einstiegssätze für den Notfall notieren. Umfangreiche Vortragsnotizen sind aber eher schädlich als nützlich, da Du während des Vortrags wenig Zeit darauf verwenden kannst, Dich auf Deinen Notizzetteln zu orientieren. Notiere Dir nur das Allernötigste (wenn überhaupt) und achte darauf, dass Deine Notizen nicht durcheinander geraten. Am besten beschriftest Du sie mit den Foliennummern und -titeln.

Regel 11: Probe Deinen Vortrag.

Nach Fertigstellung der Vortragsfolien solltest Du Dir die Zeit nehmen, den Vortrag mindestens einmal unter Echtzeitbedingungen zu üben. Selbst ein Vortrag vor sich selbst kann bloßlegen, an welchen Stellen noch gefeilt werden muss und wie gut die Zeiteinteilung funktioniert. Wesentlich sinnvoller ist aber ein Probevortrag mit Zuhörer, z.B. einem guten Freund oder dem Betreuer.


Valid HTML 4.01!Valid CSS!helmert@informatik.uni-freiburg.de, 7. August 2003